СЕКСУС

За мотивами однойменного роману Генрі Міллера
Театр Шаушпіль Гаус Обергаузен  (Німеччина)


Режисер: Андрій Жолдак
Сценографія, костюми: Тіта Дімова, Андрій Жолдак
Драматург: Тільман Рабке

mit: Nora Buzalka : Annika Meier : Anna Polke : Viktoriya Zholdak : Torsten Bauer : Mohammad-Ali Behboudi : Bj?rn Gabriel : Michael Witte

 

"Feucht-fröhliche Träume Es entsteht eine in atemlosem Tempo vorgetragene Multimediashow mit krachender Musik (Vladimir Klykov), lauten Schauspielern, schamlosen Großaufnahmen, schlechten Kabarettszenen und etlichen Knalleffekten. Fantastisch. Das Wunder ist nämlich, dass sich der Geist des Romans … ungefiltert in den Zuschauerraum ergießt. Zu verdanken ist das einer beispiellosen Energieleistung des gesamten Ensembles, das doch nicht einmal ahnen konnte, ob es nun in furioser Weise längst offene Türen einrennt – oder ob es tatsächlich einen Diskurs formuliert, der auch heute noch anregt.

Wer wissen will, was energetisches Theater ist, muss nach Oberhausen reisen. Namentlich Michael Witte, der Darsteller des Henry Miller, spielt sich förmlich die Seele aus dem Leib. Völlig zu Recht lässt er sich geben Ende der fast vier Stunden, am Rand der Erschöpfung, zu einer improvisierten Publikumsb4eschimpfung hinreißen: „Was sitzt ihr da so schlaff herum?

Da reißt man sich sechs Wochen lang den Arsch auf in diesem verfickten Oberhausen, und was ist? Der Zuschauerraum halb leer!“ Recht so. An der Berliner Volksbühne wäre dieser Abend ein ultimativer Renner. Martin Krumbholz Mittwoch, 03.06.09 theaterheute 6/09 Starkstrom-Stück „Dabei wird dem Publikum eine gewaltige schauspielerische Leistung geboten – mit Witte als Frontmann eines Triumvirats, zu dem neben Björn Gabriel in der Rolle von Millers Alter Ego noch Torsten Bauer zählt … Am Ende des großen Funkensprühens ist es mit Annika Meier als Amüsierdame Rebecca doch eine der Frauen, die Henrys Ego-Trip hinterfragt.“ Helen Sibum Montag, 23.03.09 NRZ 23.03.2009 Die Liebe als Hure „Das Uraufführungspublikum feierte die „Entdeckung” mit teils stürmischen Ovationen …

Durchdringt man die bildgewaltige Fassade, die Zholdak über eine Geschichte legt, die eigentlich nur eine Liebesgeschichte ist, dann bleibt diese merkwürdig unnahbar, wenngleich Michael Wittes Henry und Nora Buzalkas Mona eindringlich um Hingabe spielen … Irgendwie wäre das alles trotz einer fast 700-seitigen Vorlage, die es zu bändigen galt, viel zu lang – und manchmal auch erschlagend langweilig. Wenn da nicht ein grandioses Ensembletheater geboten würde. Selbst der Souffleur, der vor allem für Henrys überbordenden Text Brücken bauen muss, ist so geschickt in das Spiel eingebunden, dass er zu einer eigenständigen Figur wächst …

Die enormen psychischen wie physischen Anforderungen an die Protagonisten fügen sich zu einem Seelenstriptease, dessen Radikalität für die Unfertigkeiten der Inszenierung entlohnt.“ Michael Schmitz Montag, 23.03.09 WAZ 23.03.2009 Der Liebessüchtige „Mit was für einer Wucht und Hingabe Witte den Bekenntnis-Schriftsteller Henry Miller (1891-1980) gibt, ist keine Schau. Berserker, Rampensau, Vollblutdarsteller, alles passt heute Abend auf Witte, wenn es nur extrem ist … Regisseur Zholdak hält den Darstellungsdruck in der Inszenierung hoch.

Er verliert im Rauschhaften der Obsessionen das Beschreibbare, die vernünftige Dingwelt. Auch Miller wollte sich hier nicht niederlassen. Das Schöpferische, der Moment ohne Kategorien, war sein Lebensziel. Zholdaks Theater ist ein packender Versuch, diese Absichten fühlbar zu machen.“ Achim Lettmann Dienstag, 24.03.09 Westfälischer Anzeiger 23.03.2009 Theater am Puls eines Buches „’Sexus’ ist ein gelungener Versuch, einen Sound und eine Bildsprache zu finden, die den inneren Puls von ‚Sexus’ wiedergibt und in Einklang bringt …

Michael Witte etwa, der famos den Henry spielt und also den Großteil des Textes zu bewältigen hat … Fast vier Stunden, nie ermüdend, also auch zur Frage: ‚Was bedeutet es ein Künstler zu sein?’“ Rainer Wanzelius Donnerstag, 26.03.09 Westfälische Rundschau 23.03.2009 Oberhausen schreit Ficken „Mit ausgefeilter Videotechnik, großem körperlichem Einsatz der Darsteller und überreichlich Geschrei wird das ganz große Spektakel aufgerufen … Eine dreieinhalbstündige rohe Aufführung, über die geredet werden will – voll mit tollen, wilden Bildern.“ Tom Thelen Freitag, 27.03.09 HEINZ 04/2009 Kraftvoller Sprung ins Miller-Universum „Insgesamt gelingt es überzeugend, das wild wuchernde, nur assoziativ zusammen gehaltene Selbstgespräch Millers szenisch aufzubereiten. Als willkommene Auflockerungen angesichts der permanenten Körperkollisionen erweisen sich die humorvollen philosophischen und kunsttheoretischen Diskurse.“

Klaus Stübler Dienstag, 31.03.09 Ruhr Nachrichten 24.3.09 Theater in Ekstase "Die Bühne mit ihren vielen kleinen Schauplätzen und dazu noch die beiden Leinwände, die fortwährend die Blicke des Publikums auf sich ziehen, die mit ihren Großaufnahmen und ihren stilisierten Schwarzweiß-Bildern durchaus Erinnerungen an das Kino der 1920er Jahre heraufbeschwören.

Es ist unmöglich, alles mitzubekommen, alles zu sehen. Die Bilder und die Eindrücke sprengen das Fassungsvermögen des Betrachters und den Rahmen der Bühne. Dieser Zustand des Außer-sich-Seins, dem Miller und seine Entourage, seine Nachbarin Elsie (Anna Polke), sein Freund, der hedonistische Gebrauchsgraphiker Ulric (Torsten Bauer), dessen Geliebte Rebecca (Annika Meier) und natürlich Mona, regelrecht nachjagen, ergreift das Theater selbst. Wenn Michael Witte wie im Rausch eine Wasserflasche nach der anderen über Nora Buzalka ausschüttet, wenn Torsten Bauer plötzlich aus der Rolle fällt, sich direkt zum Publikum wendet und verkündet, dass es ihm reicht und er nicht mehr mit macht, oder wenn sich Björn Gabriel und Vikoriya Zholdak in Rockstars verwandeln, dann ist das Theater nicht mehr bei sich. Die einzelnen Techniken und Tricks, die Zholdak anwendet, sind zwar längst nicht mehr neu. Aber ihr Zusammenspiel, diese betörende Totalität der Eindrücke und Effekte, lässt diese Inszenierung in Regionen vorstoßen, die anderen Aufführungen in der Regel verschlossen bleiben, an die sie sich auch gar nicht erst heranwagen.

Mehrmals setzen Witte und die anderen Motorradhelme auf und halten sich einen Schlauch an den Mund, so als trügen sie Weltraumanzüge. Dann bewegen sie sich, als gäbe es die Schwerkraft nicht, als würden sie durchs All schweben. Der Rausch der Sinne ist ihre Rakete, die sie in ferne Galaxien schießt. Aber dieses Hochgefühl kann nicht anhalten. Am Ende landen sie doch wieder auf dem Boden der menschlichen Tatsachen, also der kleinlichen Ängste und vor allem der egoistischen Machtspielchen – und die beherrscht die engelsgleiche, so verwundbar und verletzlich wirkende Mona noch besser als Henry. Nachdem er sie endlich geheiratet hat, ist er ihr ganz und gar ausgeliefert. Wie ein Hund lebt er in einem langgezogenen Holzkäfig, schlabbert Milch aus einem Blechnapf und geht nur noch auf allen Vieren. Aber selbst in diesen Augenblicken des Absturzes, der Demütigung und Desillusionierung, bleibt da dieses surreale Flimmern und Flirren ... und mit ihm das Wissen, dass all der Wahnsinn und all die Extravaganzen, das orgiastisch Maßlose und das irritierend Brüchige dieser Inszenierung kostbarer sind als die wohltemperierte Perfektion, nach der viel zu viele Theatermacher streben." Sascha Westphal Freitag, 03.04.09 mehrtheater.de 3.4.09

2009

— 20.03.2009


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1 дія — 1 година
2 дiя — 1 година 30 хвилин


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